Nicht nur Sauerstoff entscheidet über unsere Leistungsfähigkeit.
Auch Kohlendioxid (CO2) spielt eine wesentliche Rolle für Atmung, Durchblutung und Sauerstoffversorgung. Der Cardihaler eröffnet damit eine interessante Möglichkeit, Atemtraining nicht ausschließlich über Atemfrequenz und Atemtechnik, sondern gezielt auch über die Atemchemie zu gestalten.
Wenn wir an Atmung denken, denken wir meist an Sauerstoff. Dabei ist Kohlendioxid weit mehr als ein Abfallprodukt unseres Stoffwechsels. CO2 beeinflusst den Atemantrieb, den Säure-Basen-Haushalt, die Durchblutung und die Sauerstoffabgabe vom Hämoglobin an das Gewebe. Letzteres ist als Bohr-Effekt bekannt.
Der Cardihaler macht sich diese physiologischen Zusammenhänge für ein gezieltes Atemtraining zunutze. Über eine Atemmaske wird der eingeatmeten Luft eine kontrollierte Menge Kohlendioxid beigemischt. Die CO2-Konzentration lässt sich in 20 Stufen einstellen und damit an unterschiedliche Trainingsanforderungen anpassen.
Anders als bei klassischen Atemübungen, bei denen versucht wird, den CO2-Gehalt durch eine Veränderung des Atemverhaltens oder durch Atempausen zu beeinflussen, ermöglicht der Cardihaler eine technisch gesteuerte CO2-Zufuhr. Dadurch können unterschiedliche CO2-Reize gezielt gesetzt werden, ohne dafür die Atmung anhalten zu müssen.
Im Mittelpunkt steht die sogenannte CO2-Toleranz: Wie reagiert der Körper auf einen erhöhten Kohlendioxidgehalt? Wie wird der damit verbundene Atemreiz wahrgenommen? Und wie verändert sich diese Reaktion durch wiederholte, angemessen dosierte Belastung?
Ein solches Training kann dazu beitragen, die Wahrnehmung von Atemreizen zu verändern und die Gewöhnung an erhöhte CO2-Konzentrationen zu fördern. Ob und in welchem Ausmaß sich daraus Verbesserungen für Belastbarkeit, Erholung oder Alltagsatmung ergeben, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab und ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Der Cardihaler bietet verschiedene Trainingsmöglichkeiten mit kontinuierlicher oder zyklischer CO2-Zufuhr. Die Dauer einer Anwendung kann zwischen einer und 20 Minuten eingestellt werden. Als Standardanwendung beschreibt der Hersteller eine fünfminütige Sitzung.
Das Training lässt sich beispielsweise vor körperlichen oder mentalen Belastungen sowie im Rahmen bewusst eingeplanter Erholungsphasen einsetzen.
Entscheidend ist nicht eine möglichst hohe CO2-Konzentration, sondern ein sinnvoll dosierter Trainingsreiz.** Die Anwendung erfordert einen sachkundigen Umgang mit der CO2-Dosierung und die Beachtung der Herstellerhinweise. Insbesondere bei gesundheitlichen Einschränkungen ist eine fachliche Abklärung erforderlich.











